

Ehemalige Eisenbahnlinie, Naranjos, Almendros und Olivos Felder. Sierra d’Irta, Donnerstag, 16. April 2026
An einem idyllischen Aprilmorgen brachen wir, die Amigos, zu einer 6 Kilometer langen Wanderung entlang der ansteigenden Hänge der Sierra d’Irta auf. Das Wandergebiet wurde im Süden von der Autobahn N340 und im Norden von den Ausläufern der Sierra d’Irta begrenzt, wobei die Bahnstrecke Barcelona-Valencia mitten hindurchführt. Gleich zu Beginn unserer Wanderung wurden wir von einem stattlichen Johannisbrotbaum begrüßt. Johannisbrotbäume sind im Mittelmeerraum heimisch und leicht an ihren heuschreckenartigen Schoten zu erkennen. Diese Schoten werden verarbeitet als Lebensmittelzusatzstoff und als zuckerarmes Schokoladenaroma verwendet. In der Römerzeit dienten die Samen als Reinheitsmaßstab. So entsprach ein Solidus, eine römische Goldmünze, dem Gewicht von 24 Johannisbrotkernen. Daher stammt auch heute noch der 24-karätige Goldgehalt, der als Standard für reines Gold gilt.
Die Sierra d’Irta beheimatet eine Vielzahl einheimischer Blütenpflanzen wie Lavendel, Zistrose, Rudbeckie, Thymian, Rosmarin und die wunderschönen Sternblumen von Bethlehem. Der Spaziergang führte die Amigos an mehreren Wiesen vorbei, die eingebettet zwischen Oliven- und Orangenplantagen lagen. Die Vielfalt der Farben und Düfte dieser Wiesenpflanzen bot den Amigos atemberaubende Ausblicke und Aromen, die sie sich für immer einprägen werden. Auch die Olivenhaine selbst faszinierten die schlendernden Amigos. Wir beobachteten einen Bauern, der die hohen Äste aller Olivenbäume in einem Hain stutzte. Durch diesen Rückschnitt verändern sich die kegelförmige Gestalt der Olivenbäume zu einer scheibenförmigen. Der Hauptzweck dieser Baumkronen oder Heckenbildung ist nicht die Zierde, sondern die Steigerung der Produktivität der Olivenbäume. Die einheitliche Höhe der gekappten Bäume erleichtert die Olivenernte mit modernen Maschinen. Zudem wird eine gleichmäßigere Sonneneinstrahlung gewährleistet. Darüber hinaus wird die Luftzirkulation in den Baumkronen verbessert, wodurch das Risiko von Krankheiten, die in feuchter Umgebung gedeihen, verringert wird. Versteckt zwischen den Pinien entlang des Weges befinden sich die Ruinen einer Militärkaserne aus dem Bürgerkrieg (1936–1939), die als Operations- und Kommunikationszentrum für Artilleriebeobachtungsposten in den höher gelegenen Sierra d’Irta Bergen diente. Die strategische Kontrolle und Positionierung der Artilleriegeschütze war von entscheidender Bedeutung für die Sicherung der militärischen Operationsroute zwischen Castellón und Vinaròs. Die Artillerie der Sierra d’Irta schützte nicht nur die wichtigen Wege für Truppen- und Zivilbewegungen, sondern sicherte auch die Kontrolle der Seeroute entlang der Costa del Azahar. Die Kontrolle der Seewege war besonders wichtig für die republikanischen Streitkräfte, die auf die Unterstützung der Marine angewiesen waren, um Truppen und Nachschub entlang der spanischen Küste zu transportieren. Städte wie Barcelona waren während der Belagerung (Januar 1939) auf die Marine angewiesen, um lebenswichtige Güter zu erhalten.
Die Anwesenheit und Gesellschaft der geselligen Vögel der Irta – Sperlinge, Grasmücken, Meisen, Zistensänger und Bachstelzen – entlang des Spaziergangs fiel durch ihr ständiges Gezwitscher und Gezwitscher auf. Sie nahmen uns Amigos freundlich in ihrem Revier auf und gingen vergnügt ihren täglichen Aktivitäten nach, um Nahrung für sich und ihre Küken zu finden. Debatten über Vermögensverteilung, Einwanderung und Vermögenskontrolle waren ihnen fremd. Viele der Amigos schlenderten ebenfalls den Weg entlang und unterhielten sich über die unterschiedlichsten Themen. Dies erinnerte uns daran, dass eines der wertvollsten Geschenke der Amigos-Spaziergänge der soziale Austausch, die Freundschaften und das Verständnis sind, die sich zwischen Amigos aus so vielen verschiedenen Kulturen und Ländern entwickeln.
Wie es Tradition ist, festigen die Amigos ihre Freundschaften bei einem gemeinsamen Mittagessen in einem ausgewählten Restaurant. Nicht zum ersten Mal fiel unsere Wahl an diesem Tag auf das Restaurant Camping Ferrer in Peñíscola. Die spanische Speisekarte ist umfangreich, und Speisen und Getränke sind stets ausgezeichnet. Das Personal bedient die durstigen und hungrigen Amigos, die nach ihrer Morgenwanderung dort einkehren, mit überaus freundlichem Service.
Johan van der Merwe