El Bovalar→Pinar de Cabanes →El Bovalar 11.Dezember 2025
20 begeisterte Amigos brachen von Peñiscola auf, um die Gegend um den Pinar de Cabanes zu erkunden. Während Freunde und Familien in Deutschland, den Niederlanden und England bitterkalte Temperaturen ertragen mussten, wagten sich die Amigos an einem angenehm sonnigen Wintermorgen in das Gelände aus Kiefern und einem Unterholz aus mediterraner Macchia und aromatischen Kräutern. Er beherbergt auch eine Vielzahl von Vögeln und anderen Tieren.
Von besonderem Interesse für die Amigos war ein Kalkofen entlang am Wegrand. Günter unterhielt die Amigos mit einer Erzählung über die historische Bedeutung und den Beitrag, den diese Kalköfen zur wirtschaftlichen Entwicklung geleistet haben. Historisch gesehen wurde der in den Hügeln um Sant Jordi gefundene Kalkstein abgebaut und zu kleinen Stücken zerkleinert. Der zerkleinerte Kalkstein wurde dann zusammen mit Brennholz in zylinderförmige Öfen geschichtet. Wenn das Holz angezündet wurde, entstand eine hohe Hitze, die eine chemische Reaktion auslöste, deren Ergebnis Branntkalk war, oft auch als Kalk bezeichnet. Der Branntkalk war ein sehr wichtiger Bestandteil der Mörtel und Putze, die beim Bau von Häusern und Geschäftsgebäuden verwendet wurden. Außerdem wurde Branntkalk von Landwirten verwendet, um die Bodenqualität und damit die Ernteerträge zu verbessern.
Bei ihren Wanderungen in den Hügeln rund um Peñiscola sind die Amigos immer wieder fasziniert von den weitläufigen Steinterrassen. Hardy und Brigitte wiessen auf die vergessene Lebensform hin, wo das Leben nur dazu da war, für das Überleben zu sorgen. In einer familiären Produktionsgemeinschaft für das tägliche Essen arbeiten, sei es Getreide anbauen oder Trockensteinmauern bauen. Anders wie heute gab es keine Freizeit. Heute im Zeitalter der Individualisierung steht Freizeit für die Erholung von den Anstrengungen beruflicher und sonstiger Verpflichtungen.
Der Bau dieser Terrassen erforderte einen erheblichen Arbeitsaufwand und über viele Jahrhunderte hinweg erworbene Fertigkeiten. Witterungsbeständige Kalksteine werden übereinander bis zur gewünschten Höhe der Terrasse aufgeschichtet. Kleinere Steine werden verwendet, um Lücken zu füllen. Die Schwerkraft und die sorgfältige Anordnung der Steine sorgen für die außergewöhnliche Stabilität dieser Terrassen. Terrassierungen waren sehr effektiv bei der Bekämpfung der Bodenerosion und maximierten die Nutzung von Ackerland und Wasser in Bergregionen. Terrassen waren für die Entwicklung landwirtschaftlicher Gemeinschaften von entscheidender Bedeutung.
Günter wies auf die Bedeutung der Form der Mauerkrone hin. Der schräge Deckstein leitet das Regenwasser von der Terrasse weg, wodurch sich weniger Wasser ansammelt und das Risiko von Erosion und Schäden an der Mauer verringert wird. Ein besonders faszinierender Aspekt der Bedeutung der schräg gestellten Kronensteine ist, dass ihre Form für eine bessere Luftzirkulation rund um die Terrasse sorgt, wodurch kühlere Luft zirkulieren kann, die Temperatur rund um die Terrasse stabilisiert wird und Frostschäden vermieden werden.
Landwirtschaftliche Terrassen nehmen große Flächen in den spanischen Bergen ein, insbesondere in der Mittelmeerregion. Seit Jahrhunderten sorgen sie für ein Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. In den letzten Jahrzehnten hat der Terrassenbau jedoch abgenommen. Landwirtschaftliche Terrassen sind jedoch eine „Landschaftsressource” mit hohem Potenzial für die nachhaltige Entwicklung vieler Berggebiete. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile bleibt die Erhaltung, Wiederherstellung und Wiedereingliederung landwirtschaftlicher Terrassen in die spanische Bergwirtschaft eine praktikable Form der Landbewirtschaftung.
In einem kleinen Pinienwäldchen nutzte Wanderleiter Hardy die Erfrischungspause und hängte eine kleine Tafel mit der Aufschrift „Plaza de la Constitucion” auf. Im letzten Jahr stellten sich hier spontan der jetzige Vorstand zur Wahl. Er teilte mit, dass er und Brigitte Ende Januar wie jedes Jahr nach Deutschland zurückkehren und Günter, Dietmar und Dorit die Wanderungen im Februar, März und April weiterführen werden. Diese Information wurde freudig aufgenommen, zumal sie das Ethos der Amigos verdeutlichte, dass viele Helfer/innen, wann immer möglich zum Erfolg und zum Vergnügen der Wanderungen beitragen. Vereinsmitglied Elfi fertigte das Schild, Farbe und Pinsel stellte die ehemalige zweite Vorsitzende Helga zur Verfügung. Ein humorvoller Scherz, über den sich alle amüsierten.
Zum Abschluss kamen wir noch an einer schönen, gut erhaltenen Steinhütte im Pinar de Cabanes vorbei. Sie hat einen großen Innenraum, an der Außenseite eine große Nische, deren Bedeutung wir nicht wissen. Nebendran wachsen Iris, wahrscheinlich von einer liebevollen Hand gepflanzt.
Beim Mittagessen im Restaurant Llenye in Sant Jordi waren sich die Amigos jedoch einig, dass die faszinierende Bovalar-Wanderung auf jeden Fall eine Wiederholung wert ist. Der Tag endete mit vielen saisonalen Glückwünschen, die zwischen den Amigos ausgetauscht wurden, da einige von ihnen in ferne Länder aufbrachen, um dort religiöse Feste zu feiern und das kommende neue Jahr mit Freunden und Familien zu begehen.
Text:
Johan van der Merwe, Hardy Scheer