

Wanderung um Santa Magdalena de Pulpis
Alle zwei Wochen finden im Winter am Donnerstag leichte Wanderungen statt. Für diejenigen, die nicht mehr so viel wandern können oder lieber zusammen mit anderen Natur und Landschaft kennenlernen und danach gemeinsam in einem Restaurant essen wollen. Ausgesucht von Brigitte mit Hilfe des Internets und danach zusammen mit Hardy abgelaufen, wobei besonders auf moderate Steigungen und altersangepasste Weglängen geachtet wird. Wie z.B. eine Rundwanderung von 4 km und 90 Höhenmeter bei Santa Magdalena de Pulpis westlich der N340, die insgesamt mit Pausen 2 Stunden und 30 Minuten dauerte. Wir waren 19 Wanderer und gingen abschließend zum Essen ins Restaurant „Camping Ferrer“ in Peniscola.
Hardy führt die Gruppe an, Brigitte macht den Schluss, damit ist sichergestellt, dass niemand verloren geht. Auf dem Weg können sich die Teilnehmer miteinander austauchen oder auch eine Pause fordern. Wenn jemand nicht mehr kann, würde Brigitte mit ihm zum Parkplatz zurückkehren.
Der Treffpunkt ist wie immer 9Uhr 30 am Hogar des Jubilados, danach geht es weiter zum Ausgangsort der Wanderung, der Ermita de Sant Vicent Ferrer, einem valencianischen Dominikaner, der zur Zeit von Papa Luna lebte. Wir bilden Fahrgemeinschaften, weil oft die Parkplätze knapp sind. An der Ermita stehen einige alte Johannisbrot- und Olivenbäume. Der Baumpilz Polysporus fulvus verursacht das knorrige und löchrige Aussehen der alten Olivenbäume. Wir laufen auf einem befestigten ungeteerten Landwirtschaftsweg vorbei an bewirtschafteten Oliven- und Johannisbrotbaumhainen. Es folgt eine aufgelassene jetzt verwilderte terrassierte Kulturlandschaft mit immergrünen, dicht verwobenen Sträuchern, welche für Menschen und größere Säugetiere nur schwer durchquerbar wären.Hier wachsen hauptsächlich Kermeseichen, der gelb blühende Stechginster (Ulex minor), dessen Blüten nach Vanille duften, blühende Baumheide, Rosmarin und die weissblütige Montpellier Zistrose (Cistus monspeliensis), die sich wegen ihres Harzes selbst entzündet kann. Dieses Harz wurde früher als Kleber benutzt, zum Beispiel, um die Speerspitze am Schaft zu befestigen. Die sintflutartigen Regenfälle der letzten Zeit haben den Sand aus dem Fahrweg gespült und unebener gemacht. Deshalb laufen wir etwas langsamer. Kurz darauf erreichen wir an einen Kalkofen, nebendran steht ein Steinhaus (Cabanes) mit Trockensteinmauer und einem Steindach, das mit einen Krakgewölbe gebaut wurde. Die Steinhütte wurde wahrscheinlich auch als Schutzhütte von den Kalkbrennern genutzt.
Beim Kalkofen ist noch der flache Luftkanal erhalten, der am Boden vom Ofen zum Weg herausführt und mit Steinplatten abgedeckt ist, was wir bisher bei anderen Kalköfen noch nicht gesehen haben. Günter und Hardy erklären, wie im Kalkofen das Rohmaterial, festes graues Kalkgestein CaOH3, im Ofen aufgeschichtet wurde und dann nach mehrtägiger Brennung bei etwa 1000°C die gelblich weisen Brocken aus gebranntem Kalk CaO entstehen. Dieser wurde für verschiedene Zwecke wie Mörtel, Kalktünche und Dünger verwendet. An der Ofenöffnung bauten Günter und Hardy vorab ein kleines Krakgewölbe, um die Bauweise der Steinhütte nebenan zu verdeutlichen.
Kurz darauf nehmen wir den kleinen Pfad, der langsam und stetig ansteigt. Immer wieder halten wir an, damit die Gruppe geschlossen bleibt und keiner ausser Atem kommt. Dafür haben die Teilnehmer in der Kehrschleife einen schönen Blick auf die ehemaligen Templerburgen Sant Magdalena de Pulpis und Xivert. Auf dem höchsten Punkt machen wir auf einer Felsplatte mit kniehohen Felsbänken Rast. An einigen Steinblöcken finden wir noch Spuren von Spaltkeilen, was auf einen alten Steinbruch hinweisst. Etwas abseits steht ein Steinhaus mit zweistufigem Aufbau. Wir gehen wieder abwärts zur Ermita. Entlang des Weges duften die Blüten des Duftsteinrichs (Lobularia maritima), es begleiten uns Bläulinge, im Gestrüpp hört man Rotschwanz und Grasmücke. Wir fahren zurück zum abschließenden Mittagessen im Restaurant „Camping Ferrer“ in Peniscola, wo noch einige Vereinsmittglieder dazu kommen, die nicht mehr wandern können.
Text: Hardy Scheer
Foto: Hartmut Schultze